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Unzuverlässige Kinderbetreuung
Mehr als die Hälfte der erwerbstätigen Eltern in Deutschland erlebt kurzfristige Schließungen oder Kürzungen bei der Kinderbetreuung. Die Folgen: reduzierte Arbeitszeiten, vor allem bei Frauen.
Die Forderung nach mehr Erwerbsarbeit stößt bei vielen Eltern in Deutschland auf ein grundlegendes Problem: Die Kinderbetreuung ist häufig nicht verlässlich. Aktuelle Daten des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung zeigen, dass 54 Prozent der erwerbstätigen oder arbeitsuchenden Eltern im Herbst 2025 mit kurzfristigen Schließungen oder verkürzten Öffnungszeiten bei Kitas, Tageseltern oder Ganztagsschulen konfrontiert waren. Besonders betroffen sind Familien mit kleinen Kindern sowie Eltern in Westdeutschland.
Die Folgen sind direkt spürbar: Fast ein Drittel der Betroffenen musste die eigene Arbeitszeit reduzieren, um die Betreuungslücke zu schließen. Dabei springen vor allem Frauen ein. Insgesamt zeigt sich, dass die unvorhersehbaren Ausfälle die traditionelle Rollenverteilung verstärken und die Erwerbsbeteiligung von Frauen erschweren.
Die unzuverlässige Kinderbetreuung hat nicht nur Auswirkungen auf die Arbeitszeit, sondern auch auf die Absicherung von Familien. Flexible Arbeitszeitmodelle, die als Reaktion auf Betreuungsengpässe gewählt werden, können die Beitragsgestaltung in der Altersvorsorge beeinflussen. Wir beraten Sie gerne zu diesem Thema.
