News

06.03.2026

Künstliche Intelligenz hält Einzug in die öffentliche Verwaltung

Generative KI wird in deutschen Behörden zunehmend selbstverständlich: Fast die Hälfte der Beschäftigten nutzt die Technologie bereits offiziell. 

Das zeigt der aktuelle ThemenRadar 2026, eine jährliche Umfrage des Kompetenzzentrums Öffentliche IT (ÖFIT) am Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS in Kooperation mit dem Behörden-Spiegel. Demnach nutzen nur noch 18 Prozent der befragten Beschäftigten keine generativen KI-Tools. Fast 44 Prozent erhalten diese bereits offiziell von ihrer Organisation – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr.

Die Befragten berichten, dass generative KI vor allem die Bearbeitungsgeschwindigkeit erhöht und bei der Problemlösung inspiriert. Aspekte wie Arbeitsfreude, Ergebnisqualität oder emotionale Unterstützung spielen dagegen eine untergeordnete Rolle. Die Einführung der Tools wird meist durch Leitfäden, Fortbildungen und Ermutigung zur Nutzung begleitet. Verpflichtende Tests oder ein Nutzungszwang sind selten und offenbar nicht nötig, um Akzeptanz zu schaffen.

Trotz konkreter Verbesserungen – etwa bei digitalen Verfahren wie Wohnsitzanmeldung, elektronischer Akte oder Registermodernisierung – dominieren Begriffe wie „langsam“, „schleppend“ oder „träge“ die Gesamtwahrnehmung der Verwaltungsdigitalisierung. Besonders relevant bleiben Themen wie KI, Cyber- und Informationssicherheit, Datenmanagement sowie die Automatisierung von Verfahren. Auch die elektronische Identität (eID/EUDI Wallet), Cloud-Lösungen und digitaltaugliches Recht gewinnen an Bedeutung.

Für Verbraucher:innen und Unternehmen birgt die zunehmende Digitalisierung der Verwaltung nicht nur Chancen, sondern auch neue Risiken. Mit der Nutzung von KI und digitalen Verfahren steigt die Bedeutung von Cyber-Versicherungen und Datenhaftpflicht. Öffentliche Stellen und Dienstleister müssen sich gegen IT-Sicherheitsvorfälle absichern, während Bürger:innen auf den Schutz ihrer persönlichen Daten achten sollten. Zudem könnte die Automatisierung von Prozessen Fragen der Haftung aufwerfen – etwa bei Fehlentscheidungen durch KI-gestützte Systeme.