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Neues Kompetenzzentrum zur Forschung gegen Cyberangriffe
Moderne Rechenzentren und Cloud-Dienste übertragen Daten mit atemberaubender Geschwindigkeit – doch bei 800 Gigabit pro Sekunde versagen herkömmliche Sicherheitsmechanismen.
Die Fachhochschule Dortmund entwickelt nun eine einzigartige Testumgebung, um Angriffe in virtuellen Netzwerken zu erforschen und die digitale Sicherheit von morgen zu stärken. Während Cloud-Dienste, Online-Banking und digitale Verwaltungen auf Hochgeschwindigkeitsnetze angewiesen sind, fehlt es an wirksamen Sicherheitslösungen für Datenströme von bis zu 800 Gigabit pro Sekunde.
In modernen Rechenzentren werden Millionen von Datenpaketen pro Sekunde übertragen – herkömmliche Methoden zur Aufzeichnung und Analyse greifen hier nicht mehr. Gleichzeitig erschwert die zunehmende Virtualisierung von IT-Infrastrukturen die Spurensicherung: Angreifer können virtuelle Maschinen innerhalb von Sekundenbruchteilen verschieben oder löschen, was Ermittlungen nahezu unmöglich macht. Das Projekt der FH Dortmund bildet moderne Rechenzentren und Cloud-Infrastrukturen im Miniaturformat nach. So können Forscher nicht nur bestehende Sicherheitsprotokolle testen, sondern auch völlig neue Mechanismen entwickeln – ähnlich wie im Straßenverkehr nicht nur Ampelphasen angepasst, sondern ganz neue Verkehrsschilder definiert werden.
Die Ergebnisse des Projekts sollen direkt in die Praxis fließen und haben auch direkte Auswirkungen auf die digitale Sicherheit von Verbraucher:innen. Wer Online-Banking nutzt, sensible Daten in der Cloud speichert oder digitale Dienstleistungen in Anspruch nimmt, ist auf sichere Netzwerke angewiesen. Cyberangriffe können nicht nur zu Datenverlust führen, sondern auch finanzielle Schäden verursachen – etwa durch betrügerische Überweisungen oder Identitätsdiebstahl. Eine robuste IT-Sicherheit ist daher essenziell, um Versicherungsleistungen wie Cyber-Versicherungen oder Datenhaftpflicht wirksam zu gestalten.
