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21.04.2026

Wohnkostenbelastung: Mieter und Eigentümer unterschiedlich betroffen

Die Wohnkostenbelastung trifft Mieter und Eigentümer in verschiedenen Lebensphasen unterschiedlich hart. Besonders betroffen sind Geringverdiener, Alleinstehende und Menschen mit Migrationshintergrund – mit Folgen für die Altersvorsorge und Absicherung.

Die Wohnkostenbelastung ist für Mieter in der Regel höher als für Eigentümer, doch die Unterschiede variieren stark über den Lebensverlauf und zwischen sozialen Gruppen. Eine aktuelle Studie des Deutschen Zentrums für Altersfragen zeigt, dass besonders alleinlebende Mieter, Menschen mit Migrationshintergrund und Haushalte mit niedrigen Einkommen überproportional belastet sind. Die Analyse basiert auf Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP).

Bei Mietern ist die Wohnkostenbelastung zu Beginn des Erwachsenenalters relativ hoch, sinkt während des Erwerbslebens und steigt nach dem Renteneintritt wieder deutlich an. In dieser Altersgruppe liegt die Belastung bei besonders betroffenen Gruppen bei rund 30 Prozent des Einkommens. Auch die Region spielt eine Rolle: In Ostdeutschland und auf dem Land ist die Belastung geringer als in Westdeutschland und in Städten.

Bei Eigentümern zeigt sich ein anderes Muster. Der Erwerb von Wohneigentum erfolgt meist bis zum 40. Lebensjahr, in dieser Phase ist die finanzielle Belastung besonders hoch. Im weiteren Verlauf gleicht sich die Belastung aus, wobei die Studie nur die Darlehenszinsen berücksichtigt, nicht jedoch die Tilgung. Insgesamt sind die Unterschiede zwischen den Eigentümergruppen geringer als bei Mietern.

Die Studie macht deutlich, dass Wohneigentum vor einer hohen Wohnkostenbelastung im Alter schützen kann. Allerdings wird der Erwerb von Immobilien durch steigende Preise für immer mehr soziale Gruppen erschwert. Dies hat Konsequenzen für die Altersvorsorge: Wer im Alter hohe Mietkosten tragen muss, hat weniger Spielraum für private Vorsorge oder den Abschluss von Pflege- und Risikoversicherungen.