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Neues Vorhersagemodell zu Adipositas-Risiken
Übergewicht und Adipositas erhöhen das Risiko für Folgeerkrankungen wie Diabetes oder Herzerkrankungen. Ein neues Modell sagt dieses Risiko genauer vorher als der bisher verwendete Body-Mass-Index.
Forschende des Berlin Institute of Health in der Charité und der Queen Mary University of London haben mit OBSCORE ein Vorhersagemodell entwickelt, das das individuelle Risiko für 18 adipositasbedingte Komplikationen bewertet. Das Modell basiert auf 20 Gesundheitsfragen und einfachen Bluttests. Die Studie zeigt, dass der BMI allein das Krankheitsrisiko nicht ausreichend abbildet und viele Betroffene mit hohem Risiko übersehen werden.
Menschen mit ähnlichem Körpergewicht können sehr unterschiedliche Risiken für Folgeerkrankungen aufweisen. OBSCORE identifiziert daher gezielt Personen mit dem höchsten Risiko, auch wenn diese „nur“ Übergewicht und keine Adipositas haben. Entscheidend sind dabei metabolische und klinische Faktoren, die das Risiko für Komplikationen erhöhen.
Für Verbraucher und Versicherungen ist diese Entwicklung relevant, da präzisere Risikobewertungen langfristig zu gezielteren Präventionsmaßnahmen und individuelleren Therapieansätzen führen können. Dies könnte nicht nur die Gesundheitsvorsorge verbessern, sondern auch die Kosten für das Gesundheitssystem und private Krankenversicherungen senken, indem frühzeitig gezielte Maßnahmen ergriffen werden. OBSCORE könnte nach weiterer Validierung und Kosteneffizienzprüfung Ärzten helfen, Patientengruppen zu identifizieren, die besonders von frühzeitigen Interventionen oder engmaschigerer Überwachung profitieren.
