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08.05.2026

Effiziente medizinische Steuerung könnte Versorgung verbessern

Die Einführung eines Primärversorgungssystems soll die Patientenlenkung effizienter gestalten, die medizinische Versorgung verbessern und Kosten sparen. 

Hausärzte sollen dabei als zentrale Anlaufstelle fungieren, unterstützt durch digitale Navigationstools und multiprofessionelle Teams. Aktuell sind bereits über elf Millionen Versicherte freiwillig in der hausarztzentrierten Versorgung (HZV) eingeschrieben. Studien zeigen, dass dieses Modell die Zahl der Notaufnahmen, Krankenhausbelegtage und sogar die Mortalität senkt. Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) schlägt vor, dass Patienten in einem Primärversorgungssystem zunächst eine eingebundene Praxis oder ein hybrides Navigationstool kontaktieren, das Behandlungsbedarf und Dringlichkeit einschätzt. Fachärztliche Leistungen sollten grundsätzlich an eine Überweisung geknüpft werden, mit Ausnahmen für Gynäkologie, Augenheilkunde und Vorsorge.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) betont, dass die Primärversorgung keinen Zwang oder Sanktionen beinhalten dürfe. Der Zugang müsse nach medizinischer Dringlichkeit organisiert werden, nicht nach wirtschaftlichen Kriterien. Eine Hausärztin aus Berlin-Neukölln plädiert für multiprofessionelle Gesundheitszentren, in denen Ärzte mit Pflegern, Psychologen und Sozialarbeitern zusammenarbeiten. Dies verbessere die Versorgungsqualität und sei für junge Ärzte attraktiver als Einzelpraxen.

Für Versicherte ist es wichtig, die eigenen Versicherungsleistungen zu kennen. Viele Krankenkassen fördern bereits die Teilnahme an der HZV durch Bonusprogramme oder Prämien. Zudem können Zusatzversicherungen für ambulante Behandlungen oder alternative Heilmethoden sinnvoll sein, um im Primärversorgungssystem flexibel zu bleiben. Eine frühzeitige Information über solche Angebote hilft, die bestmögliche medizinische Versorgung zu sichern.